Lauras Traumreise: Japan – der ganz normale Wahnsinn (Part 3)

Der Shopping-Wahnsinn in Japan sucht seines Gleichen

Ratternd fährt die Tokioter U-Bahn in den Shibuya Hauptbahnhof ein. Die Türen der Bahn öffnen sich und die Menschen strömen hinaus. Es herrscht schon wieder ein geschäftiges Treiben und ich werde von den Menschenmassen in Richtung Ausgang gezogen. Heute habe ich mir vorgenommen Shoppen zu gehen, in einem der angesagtesten Viertel Tokyos! Ich habe schon sehr viel über Shibuya und dessen „Fashion Victims“ gehört und will mich heute selbst davon überzeugen.
Ich betrete den Platz vor der Bahnstation. Tausende Stimmen beschallen mich und die Vielzahl der verschiedenen Leute fasziniert mich. In Mitten des Platzes steht eine Statue eines Hundes auf einem Podest, sein Name Hachiko. Wie ich durch meine vorherigen Recherchen weiß, ist Hachiko einer der beliebtesten Treffpunkte der Japaner. Wenn man sich verabredet, trifft man sich zuerst am Hachiko! Abertausende von Menschen tummeln sich dort und ich bahne mir einen Weg durch die Menge. Ich komme aus dem Stauen nicht mehr raus, noch nie habe ich so viel auffällig angezogene Leute gesehen. Vom Lolitastyle mit Rüschen und Plateauschuhen bis hin zum schwarzgekleideten, über und über mit Piercings behängten Gothik-Japaner ist alles dabei.

Hachiko Japan

Mein Weg führt mich über die berühmte Shibuya Crossing. Die größte Ampelkreuzung der Welt und wird in der Höchstphase pro Ampelschaltung von bis zu 15000 Menschen passiert. Die verschiedensten Gesichter und Klamotten ziehen an mir vorbei und ich bekomme immer mehr Lust mich in die Kaufhäuser Tokyos zu stürzen! Ich weiß schon genau wo ich heute hin will, ins „ichi maru que“ -übersetzt 109- Einkaufszentrum! Das ist eines der angesagtesten und berühmtesten Kaufhäuser Tokyos, und zu alledem ist heute auch noch eine Art Winterschlussverkauf-7 Days Bargain. Das ist das Shoppingevent der Superklasse.

Shibuya Crossing

Ich betrete das turmhohe Kaufhaus und werde fast erschlagen von der Lautstärke die dort drin herrscht. Laute Musik, ein Stimmengewirr, grelle leuchtende Farben und dazwischen Verkäuferinnen, die wie Marktschreier ihre Ware anpreisen. Hier drin geht es zu wie im Irrenhaus! Wie verrückt geworden rennen schreiende Mädchen an mir vorbei um die besten Schnäppchen zu erhaschen. Nachdem ich mich von meinem ersten Schock erholt habe, schaue ich mich genauer um. Die einzelnen Verkäuferinnen sind aufgestylt und geschminkt wie Models, alle super schlank und auf meterhohen High-Heels. In ihrer einen Hand halten sie mit Neonfarben beschriebene Schilder, auf denen die Preisangebote stehen und in der anderen eine Art Megaphon, in das sie Lauthals rein schreien, um die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu zeihen. Das Kaufhaus hat 10 Etagen mit über 100 Boutiquen in denen sich überall derselbe Wahnsinn abspielt! Die Mode ist hier sehr außergewöhnlich und sehr darauf bedacht aufzufallen. In den einen Läden gibt es die kitschigsten Kleider, die man sich nur vorstellen kann, über und über mit Glitzer und Schleifen behängt, in den anderen eher sexy und provokative Mode, mit verrissenem Stoff und Körperbetonten Teilen. Das Motto hier ist: Je auffallender desto besser. Die Preise sind generell hoch in diesem Kaufhaus, auch die Sachen im Schlussverkauf haben noch einen stolzen Preis. Ich fühle mich wie in einem Club und lasse mich von der Euphorie der in Ekstase gefallenen Mädels anstecken. Nachdem ein paar Kleider über die Theke gewandert sind und ich mit Taschen bepackt da stehe, beschließe ich diesen verrückten Ort, an dem man jegliches Zeitgefühl verliert, zu verlassen.
Mein Weg führt mich weiter durch diese aufregende Stadt. Bis mein Blick an einer der berühmten Pachinkos hängen bleibt – die Spielhallen Japans. Hier geht es genauso laut zu wie in dem Kaufhaus zuvor. Überall Menschen an Spielautomaten, blinkende Lichter und Musikbeschallung. Und das alles natürlich riesen groß! Ich entdecke einen Fahrstuhl der mir viel zu winzig für so eine Riesenspielhalle scheint und fahre in das nächste Stockwerk. Die Tür des Fahrstuhls geht knarrend auf und eine Masse von kreischenden und lachenden Mädchen steht vor mir. Ich gehe aus dem Fahrstuhl und schaue mich verwundert um. Was belustigt die Mädchen denn so? Und dann sehe ich sie! Eine Reihe von Fotoautomaten: Die sogenannten Purikura-Automaten!

Spielautomaten Japan

Ich schiebe den kleinen Vorhang beiseite, der vor dem Eingang des Automaten hängt und betrete die Kabine! Ich befinde mich in einer kleinen, hellen Kammer, vor mir ein Touchscreen Bildschirm. In einen Münzschlitz werfe ich 400 Yen und Spaß kann beginnen. Der Automat beginnt auf Japanisch mit mir zu reden, leider verstehe ich kein Wort und drücke auf gut Glück auf ein paar Knöpfe. Auf dem Bildschirm erscheint eine Auswahl an verschiedenen Hintergründen. Ich klicke auf ein paar verschiedenere Bildchen und schon geht’s los! Ein Countdown wird herunter gezählt und ich stelle mich in Pose. Das Licht der Kamera Blitzt hell und man hat kaum Zeit sich in eine anständig aussehende Pose zustellen, da blitzt es schon wieder! Zack Zack! Und schon sind die Bilder im Kasten! Der Bildschirm verrät mir, das ich aus der Kabine gehen soll, um an einen weiteren Touchscreenbildschirm zugehen, der außerhalb des Purikura-Automaten angebracht ist. Dort kann ich die eben geschossenen Bilder nach Belieben bearbeiten, die Haut aufhellen, die Augen vergrößern oder mir einen Zylinder aufziehen. Auch wenn man Stunden vor dem Automaten mit seinen lustigen Effekten verbringen könnte, ist der Spaß schon nach wenigen Minuten vorbei, da auch hier die Zeit herunter gezählt wird. Am Ende kommen die Bilder als Sticker aus dem Automaten raus und man kann sie sich aufs Handy laden. Ein sehr lustiger Zeitvertreib und nach der Menschenmasse in diesem Fotoautomaten-Stockwerk zu urteilen, eines der liebsten Zeitvertreibe der Japaner(-innen).
Bepackt mit Taschen und den Automatenbildern setze ich meine Reise durch diese aufregende Stadt fort. So langsam kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ist ohne dauerhafte Musikbeschallung und Blinklichter durch eine Stadt zu laufen. Das ruhige Leben in Deutschland liegt hinter mir …und vor mir eine Welt aus Glitzer und Lärm.

Foto: sutthinon602, Meatawin, Tupungato, Peera / stock.adobe.com

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