Bahía Solano, mein Schatz Kolumbiens

Bahía Solano – ich finde, das klingt wie eine Einladung, die man nicht ablehnen möchte. Wer Lust hat, ein bisschen abseits des Weges Urlaub zu machen, sprich ein kleines und weitestgehend unberührtes Fleckchen an der Westküste Kolumbiens zu entdecken, der darf mir hier nun folgen und ins Träumen geraten.

Das Örtchen Bahía Solano ist nur auf Flug- oder Wasserwegen zu erreichen, wobei ich den 40-minütigen Flug aus beispielsweise Medellín empfehle und dem Boot vorziehe. Zwar kann der Flug aufgrund der kleinen Propellermaschine etwas turbulent sein, dafür ist man schnell und unkompliziert am Zielort.

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Fischer im Flutgebiet Fotos: Deniz Ispaylar

Dort angekommen, hat man die Möglichkeit, direkt im Ort zu wohnen, wobei es hier nicht viel Auswahl an Unterkünften gibt und schon gar keine Hotels. Die Unterkünfte ist spartanisch und sauber, das war es aber auch. Trotzdem versprüht Bahía Solano (vielleicht gerade deswegen) so viel Charme, denn die Menschen hier sind zwar an Tourismus gewöhnt, jedoch ist er noch nicht alltäglich, und daher wird man mit großen Augen begutachtet und begrüßt – die karibischen Einwohner der Westküste sind nämlich viel zurückhaltender und nicht so aufgekratzt, wie es die Menschen im Norden des Landes sind.
Wer den Ökotourismus schätzt oder einfach gerne mal ausprobieren möchte, dem empfehle ich eine der Lodges südlich von Bahía Solano zu wählen, die teilweise direkt im Nationalpark Utria aufgezogen sind und man somit weder näher noch nachhaltiger in der Natur urlauben kann.





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Typisches Haus Fotos: Deniz Ispaylar
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ein kleiner Einwohner Fotos: Deniz Ispaylar

Die Westküste Kolumbiens ist ein durch meterhohe Grünpflanzen überbordender Dschungel. Blüten in den sattesten Sommerfarben, knallbunte Vögel, exotische Früchte, die man sich direkt vom Baum holen kann – es ist ein wahres Paradies. Mit einem Nachteil: Wo viel Grün ist, ist auch viel Regen. Die Luftfeuchtigkeit beträgt durchschnittlich stolze 90 Prozent und zwischen den heißen Sonnenstrahlen reihen sich starke Regengüsse ein, die zwar für kurze Abkühlung sorgen (wenn man es so nennen möchte), es allerdings in dieser Zeit unmöglich machen, etwas zu unternehmen.

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Flut Fotos: Deniz Ispaylar

Warum ich diesen Ort wirklich ins Herz geschlossen haben? Weil man hier rund um die Uhr und mit liebevollen Gesten frisch gepresste Säfte serviert bekommt. Weil man die Straßen entlangläuft und in ein offenes Haus stolpert, wo die Menschen laut singen und tanzen und man erst bei der Predigt versteht, dass es sich hier um einen Gottesdienst handelt. Weil hier manche Einwohner abseits der Orte an kleinen Buchten leben und dir auf deinem Spaziergang eine Kokosnuss gekonnt mit der Machete öffnen und zum Trinken oder Essen reichen. Weil man vom Birdwatching zum Whalewatching (von Juni bis Oktober kommen die Buckelwale an die Küste), über Wandern im Dschungel und am Strand liegen bis hin zum Tauchen und Schnorcheln alles machen kann. Und weil hier noch die Uhren langsam ticken. Besser: Gar nicht.

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Playa Blanca – Strand im Nationalpark Fotos: Deniz Ispaylar
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Lisa Fotos: Anika Landsteiner
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Ich beim Wandern im Dschungel Fotos: Deniz Ispaylar

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