Reisen während des Ramadans – darauf solltest du achten

Muslimisch geprägte Länder liegen voll im Trend des individueller werdenden Tourismus. Ob Dubai, Qatar oder der Oman, Marokko oder Jordanien, der Nahe Osten und Nordafrika haben sich zu beliebten Zielen gemausert, die weit mehr zu bieten haben, als lediglich den herkömmlichen Pauschalurlaub im All-inclusive-Modus.

Moscheen, Museen, historische Stadtviertel, antike Weltwunder und atemberaubend schöne Küstenstädte laden dich zum staunenden Entdecken ein. Ob Kreuzfahrt, Rucksack-Tour, kulturelle Rundreise durch ein Land oder gar ein Hopping durch eine ganze Region – die arabischen, asiatischen und afrikanischen Staaten haben aufgrund ihrer ganz besonderer geschichtlichen und kulturellen Prägung Touristen viel zu bieten.

Gleichzeitig aber solltest du dich mit den grundlegenden Sitten und Gebräuchen dieser Regionen vertraut machen. Dazu zählt auch alles rund um den Ramadan, einer der heiligsten islamischen Monate.

Sheikh Zayes Moschee Abu DhabiSheikh Zayed Moschee Abu Dhabi © Kusel / stock.adobe.com

Was ist der Ramadan –

und warum ist er so eine wichtige Jahreszeit?

Beim Monat Ramadan handelt es sich um den neunten Monat des sogenannten islamischen Kalenders, der nach den Zyklen des Mondes aufgebaut ist. Daher verschiebt sich diese Zeit jedes Jahr: 2019 lag Ramadan im Mai, 2020 findet er vom 23. April bis 23. Mai statt. Er ist der Fastenmonat und damit der heiligste Monat des Islams und wird deswegen in allen muslimischen Ländern hochoffiziell begangen und geachtet, am strengsten wird die Auslegung in Saudi-Arabien, dem Iran und den Arabischen Emiraten praktiziert.

Am Ende jeden Tages im Ramadan – der zwischen 29 und 30 Tage dauert – findet das Fastenbrechen, auf Arabisch Iftar, nach Sonnenuntergang statt. Hier kommen Familien im großen Kreis zusammen und speisen ausgiebig in mehreren Gängen. Dass jeder hier ordentliche Portionen verspeist, dürfte auf der Hand liegen.

Ramadan kompakt: Welche Regeln musst du als Tourist beachten?

Betende Muslima beim Sonnenuntergang © ginettigino / stock.adobe.com

Wenn du alleine oder in Begleitung im Monat des Ramadans in Ländern wie Dubai, Tunesien oder dem Iran unterwegs bist, kann das eine echte Bereicherung sein. Die Heiligkeit dieser rund 30 Tage ist überall spürbar: Menschen kommen zusammen, tagsüber herrscht eine spirituelle Ruhe und am Abend erwacht das Leben so richtig. Nichtsdestotrotz ist es natürlich eine fremde Kultur, in die du eintauchst, und die möchte man respektvoll und harmonisch erleben. Deswegen haben wir für dich die wichtigsten Tipps vorbereitet, die dir übersichtlich die Dos und Don’ts während des Fastenmonats zeigen.

1. Was wird in arabischen Ländern von Nicht-Muslimen erwartet?

Diese Frage ist wichtig, denn davon leitet sich das erwünschte Verhalten der Touristen ab. Generell gilt: Nicht-Muslime sind gern gesehene Gäste und die Freundlichkeit und Herzlichkeit vieler Menschen in islamischen Ländern ist dir vielleicht bereits bekannt. Die gute Nachricht: Niemand erwartet von dir also, dass du in die Gebete auf dem traditionellen Teppich Richtung Mekka mitsprichst, jedes Detail der Ramadan-Regeln kennst oder selbst den ganzen Tag auf Speisen und Getränke verzichtest.

Was jedoch erwartet wird, ist Respekt gegenüber der Religion. Das heißt konkret: Wenn du dich in einem Land wie Algerien, Marokko oder Qatar befindest, in dem das Fasten streng praktiziert wird, solltest du generell mehr Sensibilität und Taktgefühl walten lassen. Versuche zum Beispiel, nicht in einem Zug das leckere eisgekühlte Getränk auf der Straße zu leeren und kaue auch keinen Kaugummi.

2. Kleider machen Leute

Moschee im Iran © atosan / stock.adobe.com

Die Kleidung ist in vielen muslimischen Ländern ein Thema, dem du vorher etwas mehr Beachtung schenken solltest. Oft sind die Temperaturen vor Ort zwar hoch – in den Arabischen Emiraten können leicht 45 Grad in der Mittagshitze erreicht werden – deine Kleidung sollte das aber nicht widerspiegeln. Im Ramadan gilt umso mehr: Zeige Respekt durch moderate Kleidung.

Hotpants, bauchfreie Crop-Tops oder Minikleider sind zwar typische Urlaubs- oder Strandkleidung, außerhalb von westlichen Staaten sind diese aber nicht immer angemessen. Für Frauen und Männer gilt, dass die Hosen mindestens bis zum Knie gehen sollten, Schultern und Arme sollten über den Oberarm hinaus bedeckt sein. Sehr enge Kleidung ist ebenfalls nicht gern gesehen, auch eine transparente Tunika oder durchsichtige Maxi-Kleider sind ein No-Go.

Stattdessen sind weiter geschnittene Bermudas, Capri-Hosen und luftige Strickjäckchen eine gute Wahl, letztere, um Dekolleté und Schultern bei Frauen zu bedecken. Im Iran sind außerdem Kopftücher auch bei Touristinnen offiziell Pflicht, zumindest der größte Teil der Haare sollte dabei nicht zu sehen sein.

Abbayas, die traditionelle Kleidung der Wüstenvölker, ist dabei ein zwar sehr ungewohntes, aber angenehm zu tragendes Kleidungsstück. Der Überwurf ist aus Baumwolle gefertigt und lässt Luft zirkulieren, sehr angenehm bei schweißtreibenden Temperaturen.

Außerdem ist die Abbaya so konzipiert, dass alle wichtigen Zonen bedeckt sind. Damit kannst du dich bei Unsicherheiten in Sachen Kleidung im Ramadan absichern und dir in einem kleinen Laden oder Shopping-Mall einen solchen Überwurf in der Farbe deiner Wahl kaufen.

3. Zärtlichkeiten im öffentlichen Raum?

Im Ramadan ist nicht nur das Essen und Trinken während des Tages verpönt, sondern auch Sex. Generell sind die Menschen in islamischen Ländern mit der Bekundung von Liebe oder Zärtlichkeiten auf der Straße sehr zurückhaltend. Kaum wirst du ein Pärchen Küsschen austauschen sehen, Händchen zu halten ist ebenfalls eher ungewöhnlich.

Wenn du also mit deinem Partner reist, solltet ihr das respektieren und etwas distanzierter als auf europäischen Straßen unterwegs sein. Verliebte Blicke auszutauschen fällt aber nicht in die Kategorie „Bitte unterlassen“, schaut euch also tief in die Augen und verschiebt alles andere auf einen späteren Zeitpunkt.

4. Wie verhältst du dich bei einer Einladung zum Fastenbrechen?

Arabisches Essen © losangela / stock.adobe.com

Das Fastenbrechen ist, wie bereits kurz angeklungen, das Event des Tages. Hier darf endlich nach Herzenslust gegessen und getrunken werden, das spiegelt sich in ausgelassenen Festmählern wider, die gut einige Stunden dauern können.

Die Bewohner vieler Länder, in denen Ramadan praktiziert wird, sind herzlich und offen, ausländische Gäste werden oft zum Iftar eingeladen. Wenn du eine solche Einladung erhältst, möchten wir dich beglückwünschen: Eine bessere Möglichkeit Kultur und Leute kennenzulernen, gibt es quasi nicht.

Es ist allgemein üblich, etwas zum Gastgeber mitzubringen, in diesem Fall bieten sich Snacks, Süßigkeiten oder besonderes Obst an. Du solltest aber unbedingt darauf achten, dass in keinem Produkt Spuren von Alkohol enthalten sind. Dieser ist – vor allem währen des Ramadans – streng verboten, die extra mitgebrachten Pralinen mit Kirschwasser sind hier also nicht optimal.

5. Gepflegte Drinks und eine Zigarette?

Datteln und Lampe © LiliGraphie / stock.adobe.com

Wie bereits in Sachen Mitbringsel erwähnt: Alkohol ist im Ramadan absolut außen vor. Alkoholische Getränke sind in vielen Ländern noch offiziell verboten, wenn überhaupt gibt es Whiskey und Co in Regionen, wo die Behörden ein oder mehrere Augen für den Schwarzmarkt zudrücken. Du solltest also in einer Bar auch nicht nach entsprechenden Drinks fragen, das könnte als Respektlosigkeit ausgelegt werden.

Auch der Konsum von Zigaretten ist während des Ramadans bei Touristen nicht gern gesehen. Zwar stehen keine Gefängnis- oder Geldstrafen darauf, der Unmut einzelner Menschen über Raucher kann sich jedoch sehr ungehalten entladen und das ist natürlich unangenehm. Vermeide also solche Konfrontationen und verzichte in der Öffentlichkeit vollkommen auf Tabak- und Nikotinprodukte jeder Art, darunter fallen auch E-Zigaretten.

6. Öffnungszeiten und heilige Stätten

Moschee Dubai © samott / stock.adobe.com

Die Öffnungszeiten von Museen, historischen Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen können während des Ramadans von den normalen Zeiten abweichen. Das ist nicht immer auf Internetseiten vermerkt, im Zweifelsfall kannst du dich bei der Tourismusbehörde oder per E-Mail informieren. Moscheen dürfen – wenn überhaupt – von Nicht-Muslimen nur während bestimmter Zeiten besucht werden, während des Gebets ist es verboten.

Das solltest du beachten, genauso wie das Fotografieren von Menschen und dem Inneren von Moscheen, das du am besten nur in geringem Maß ausübst. Bei heiligen Stätten wie Gräbern, Friedhöfen und Moscheen gilt übrigens auch im Ramadan wie sonst auch: Bedeckung von Haaren, Schultern, Dekolleté und den Beinen ist Pflicht. Sonst kann dir der Eintritt verweigert werden.

Fazit

Der Ramadan ist eine besondere Zeit in muslimischen Ländern, ein Urlaub dort während dieser Zeit ist in jedem Fall lohnenswert. Wenn du dich an die erklärten Benimmregeln hältst, steht einer interessanten und lehrreichen Reise nichts im Wege!

Du willst den Ramadan in Abu Dhabi erleben und suchst noch weitere Informationen zu diesem Emirat? Dann haben wir hier das Richtige für dich.

Foto top: nexusseven / stock.adobe.com

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